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GEHWOL: Amputationsprävention - Auch eine Frage der Aufklärung

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Derzeit gibt es in Deutschland etwa sieben bis neun Millionen Diabetiker1. Mit der sogenannten Zucker-krankheit geht eine deutlich verkürzte Lebenszeit inklusive verschiedener Folgeerkrankungen einher. Eine der häufigsten: das Diabetische Fußsyndrom (DFS). Dieses führt nicht selten zur Amputation und erhöht die Sterberate um das 2,5-fache im Vergleich zu Diabetikern ohne DFS1. Grund genug, um Vor-sorgemaßnahmen zu ergreifen, denn einem Drittel der Diabetiker ist nicht bewusst, dass sie auf ihre Füße achten müssen. Und mehr als die Hälfte weiß nicht über die Risiken einer Fuß-Läsion Bescheid. Doch wie entsteht dieses Aufklärungsdefizit und - vor allem - wie lässt sich dem entgegenwirken? Der aktuelle GEHWOL Diabetes-Report2 beleuchtet die derzeitige Praxissituation. Ärzte empfehlen u.a. eine schnellere podologische Versorgung für Patienten und mehr fußspezifische Schulungen für Diabetes-Berater.    


Teil 1: Disease Awareness (Zusammenfassung)
  • 56% der Diabetiker sind nicht gut informiert über die Risiken einer Fuß-Läsion. 33% wissen nicht, dass sie auf ihre Füße achten sollten.
  • Damit verbessert sich das Risikobewusstsein zwar, aber nur langsam. Zum Vergleich: 2018 wussten 38% und 2016 44% nicht über das Risiko Bescheid.
  • Hausärzte klären zwar über die Risiken auf, jedoch 39% erst dann, wenn es bereits auffällige Hautprobleme oder mangelnde Fußhygiene gibt.
  • Die wichtigsten Partner in der Risikoaufklärung sind Podologen (sagen 91% der Ärzte) und Diabetesberater (sagen 70% der Ärzte).
  • Jedoch: Nur etwa jeder zweite Patient (55%) geht zum Podologen, und nur 43% erhalten eine Schulung bei einem Diabetesberater.
  • Insgesamt erhält somit weniger als die Hälfte der Patienten (44%) eine spezielle Schulung zur selbstständigen Fußinspektion und Fußhygiene.
  • Podologische Vorsorge generell bei Erstdiagnose halten 74% der Ärzte für eine gute Möglichkeit, um Fortschritte bei der Primär-Prävention zu erzielen.
  • Auch mehr fußspezifische Schulungen für Diabetesberater und einheitliche Regelungen zur Kostenübernahme für Schulungen können dazu beitragen.
Teil 2: Risikodiagnostik (Zusammenfassung)
  • Trockene Haut (32% der Diabetiker), Schwielen (29%), Druckbelastung (23%) und Gelenkimmobilität (20%) sind in Kombination mit Neuropathie und/oder PAVK wichtige Risikosymptome für ein Diabetisches Fußsyndrom.
  • Jedoch: Hautstatus und Deformitäten werden zwar untersucht, überwiegend aber nicht bei jeder Kontrolluntersuchung – so wie empfohlen.
  • Hauttemperatur (18% der Ärzte) und Schuhe (14%) gehören in einigen Fällen sogar überhaupt nicht zu den Standards bei der Kontrolluntersuchung.
  • Dies gilt auch für die Neuropathie-Diagnostik mit 10-g-Monofilament (führen 13% der Ärzte nicht durch) und Rydell-Seiffer-Stimmgabel (4%).
  • Tastbare Fußpulse schließen eine PAVK nicht aus. Es werden daher weitere Maßnahmen empfohlen – z.B. eine Messung des Knöchel-Arm-Index ABI.
  • Bislang nur 26% der Ärzte führen allerdings nach eigener Auskunft eine solche Anschlussdiagnostik bei tastbaren Fußpulsen durch. Eine Palpation der Fußpulse findet zudem bei 52% der Ärzte nicht bei jeder Untersuchung statt.
  • Sehr gut: Bei nicht tastbaren Fußpulsen wird generell immer eine Anschluss-Diagnostik selbst (57%) oder von einem Spezialisten (43%) durchgeführt.
Teil 3: Kontrollintervalle (Zusammenfassung)
  • Für die Risikofrüherkennung und Vermeidung von Amputationen ist es wichtig, dass Patienten engmaschig und risikoangemessen untersucht werden.
  • Für Diabetiker „nur“ mit Neuropathie bestätigen 39% der Ärzte, dass sie die Kontrolle ein Mal alle 6 Monate durchführen. 52% kontrollieren sogar häufiger als empfohlen. Seltener werden die Kontrollen nur von 9% der Ärzte durchgeführt.
  • Ähnlich bei Patienten mit zusätzlicher Neuropathie und/oder Deformität: 70% der Ärzte halten sich an die Empfehlung (1x alle 3-6 Monate durch einen Spezialisten), 22% untersuchen häufiger, 8% seltener.
  • Bei Patienten mit Ulkus-Erfahrung oder Amputation in der Vergangenheit sieht es anders aus: 13% der Ärzte räumen ein, dass die Kontrolle durch einen Spezialisten seltener stattfindet als ein Mal alle 1-3 Monate entsprechend der Empfehlung.
  • Die nachlassende Frequenz bei höherem Risiko ist auffällig. Eine mögliche Ursache ist auch hier mangelndes Bewusstsein: 16% der Patienten wird von ihren Ärzten fehlende Compliance hinsichtlich der Wahrnehmung von Kontrolluntersuchungen attestiert.
  • Vor einer Major-Amputation wird zudem empfohlen, eine Zweitmeinung einzuholen. Immerhin 70% der Ärzte sagen, dass sie ihren betroffenen Patienten dazu raten und im entsprechenden Fall an ein spezialisiertes Gefäßzentrum überweisen.
Quellen:
1Deutscher Gesundheitsbericht Diabetes 2019
2GEHWOL Diabetes-Report 2019-2020. Repräsentative Umfrage unter 123 Ärzten mit N = 3.119 Diabetespatienten. Feldphase: Juni bis August 2019 durch INSIGHT Health und IDS Deutschland

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